Museen in Freiburg

Die fünf Häuser der Städtischen Museen Freiburg bergen Schätze aus vergangenen Zeiten und fernen Ländern, Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart kann ergründet und die Natur erforscht werden. Diese Themenvielfalt spiegelt sich in einem breiten Spektrum an Veranstaltungen wider, für jedes Alter ist etwas dabei.

Führungen und Vorträge zählen ebenso zum Repertoire wie Konzerte, Kurse und Aktionsangebote für die ganze Familie.

In den Dauer- und Sonderausstellungen werden regelmäßig öffentliche inklusive Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen, Führungen mit Gebärdensprachdolmetscher*in sowie für Demenzkranke angeboten. Zudem sind diese jederzeit privat buchbar.
Weitere Informationen zum Programm und zur Barrierefreiheit unter: www.freiburg.de/museen.

Hier finden Sie auch die Öffnungszeiten und Ticketpreise. Die Tageskarte der städtischen Museen gilt in allen Häusern.

Das Portal zu allen Museen und Ausstellungen Baden-Württembergs:
www.netmuseum.de

Museum ohne Barrieren

Welche Maßnahmen können und müssen in der Praxis ergriffen werden, um ein lebenslanges, generationenübergreifendes und inklusives Lernen und eine chancengleiche Teilhabe von Menschen mit Seh-, Hör- und Mobilitätsbehinderungen oder kognitiven Beeinträchtigungen am kulturellen Angebot zu ermöglichen?

Um eine größtmögliche Barrierefreiheit in der Museumskultur zu erreichen bedarf es umfangreicher Gestaltungs-, Kommunikations-, Service- und Vermittlungskonzepte.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Museumspädagogik e.V., dem BKB Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e.V., verschiedenen Behindertenselbsthilfeorganisationen und Museen hat der Deutsche Museumsbund hierzu einen Leitfaden zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Museum erarbeitet und 2013 herausgegeben. Dieser berücksichtigt Bedürfnisse von Besucher*innen vor, während und nach dem Museumsbesuch und zeigt verhältnismäßig kostengünstige und zeitnah realisierbare Maßnahmen zur barrierefreien Gestaltung in der Museumspraxis auf. Dazu gehören unter anderem die Gestaltung der Webseite, Architektur, Foyer- und Ausstellungsgestaltung sowie technische Voraussetzungen, aber auch eine entsprechende Aus- und Fortbildung des Personals.

Wie darf man sich also ein inklusives, barrierefreies Museum vorstellen?

Mit Rampen und Aufzügen ist es jedenfalls längst nicht getan – nicht nur im Museum lauern unzählige Barrieren, die einen Besuch erschweren oder gar verhindern können.

Ein Museumsbesuch beginnt in aller Regel mit der Informationsbeschaffung auf der Webseite. Für Menschen mit  Behinderung kann das bereits die erste Hürde darstellen. Sind beispielsweise das Sehvermögen, motorische oder kognitive Fähigkeiten eingeschränkt, sind Betroffene dabei auf die Hilfe anderer angewiesen. Der Internetauftritt eines Museums sollte auch für alle Unterseiten laut Informationstechnik-Verordnung (BITV) barrierefrei gestaltet werden bzw. in Leichter Sprache oder Gebärdensprache abrufbar sein.

Anfahrtsbeschreibungen auf der Webseite sollten barrierefreie ÖPNV-Haltestellen und genaue Entfernungen enthalten sowie auf durch die Bodenbeschaffenheit entstehende Schwierigkeiten (z.B. für Rollatoren, Rollstühle, Blindenstock) aufmerksam machen und über taktile Orientierungsmöglichkeiten für sehbehinderte und blinde Menschen durch Leitsysteme (Bodenleitlinien) verfügen.

Zudem müssen barrierefreie Eingänge, beispielsweise ein stufenloser Zugang über Rampen und Aufzüge und selbsttätig öffnende Türen, gekennzeichnet werden. Auch die Empfangstheke, Orientierungspläne, Aufzüge, barrierefreie Sanitärräume, Garderoben, etc. sollten klar gekennzeichnet und über taktile Orientierungshilfen auffindbar sein.

Ebenso Café, Shop und Bibliothek und Events sollten inklusiv gestaltet werden. Idealerweise können Rollstühle, Rollatoren und transportable Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Informationen liegen genauso auch in Audiodeskriptionen, Brailleschrift, Gebärdensprache oder Leichter Sprache vor. Idealerweise ist das Personal mit Besucher*innenkontakt für den Umgang mit Menschen mit Behinderung sensibilisiert und geschult.

Sammlung und Ausstellung sollten auf die Bedürfnisse aller Besucher*innen ausgerichtet und genauso für Menschen mit Seh-, Hör- und Mobilitätseinschränkungen oder kognitiven Beeinträchtigungen zugänglich und erfahrbar sein. Barrierefreiheit ist schon bei der Konzeption der Ausstellung zu berücksichtigen. Ein ein inhaltlich nachvollziehbarer Rundgang trägt zur Erschließung bzw. Orientierung innerhalb der Ausstellung bei. Die Ausstellungsräumlichkeiten sollten kontrastreich gestaltet sein, über einen schwellenlosen Untergrund, Rampen oder Rollstuhllifte und taktile Leitsysteme verfügen sowie Gefahrenquellen kennzeichnen. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist eine selbstständige Mobilität nur möglich, wenn ein taktiles Leitsystem durch die Ausstellung führt.

 

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Inklusive Angebote, beispielsweise Stationen innerhalb der Ausstellung sind durch taktile Piktogramme vor Ort gekennzeichnet und über taktile Markierungen für sehbehinderte Besucher*innen auffindbar. Zudem ermöglichen höhenverstellbare und unterfahrbare Vitrinen und Schaukästen, dass auch Menschen im Rollstuhl Ausstellungsobjekte sehen können.

Die Präsentation einzelner Objekte sollte unterschiedliche Bildungsniveaus berücksichtigen und Inhalte auch sinnlich erfahrbar machen. Dabei ist eine Auswahl von Exponaten zu berücksichtigen, die mindestens zwei der drei Sinne ‘Hören, Sehen und Tasten’ (Zwei-Sinne-Prinzip) ansprechen. Neben den Originalen können beispielsweise vergrößerte oder verkleinerte Nachbildungen, sogenannte ‘Hands-On-Objekte’, Materialbeispiele zum Ertasten oder Riech- und Hörstationen alternative sinnliche Erfahrungsmöglichkeiten darstellen.

Eine weitere Möglichkeit für blinde oder sehbehinderte Menschen ist die Audiodeskription, eine akustische Beschreibung von Objekten oder Inhalten. Informationen zu den Ausstellungsobjekten liegen idealerweise als Hörtexte, in Gebärdensprache, Braille und Leichter Sprache vor und enthalten Größenangaben, Größenvergleiche sowie wichtige Merkmale (z.B. Materialbeschaffenheit oder die Wirkung von Form und Farbe).

Audioguides sollten über gesondert aufbereitete Informationen für Blinde, seh- oder lernbehinderte Besucher*innen verfügen und unter Umständen durch Audiodeskription bei der Orientierung im Gebäude oder innerhalb der Ausstellung helfen.

Bildungs- und Vermittlungsangebote sind gleichermaßen an alle Besucher*innen gerichtet und ansprechend, verständlich, multisensorisch sowie interaktiv gestaltet.

Dies sind nur ein paar zu berücksichtigende Voraussetzungen, die der Museumsbund im Leitfaden zur Barrierefreiheit im Museum vorschlägt.