Beschäftigung behinderter Menschen

Jedes Unternehmen und jede Behörde mit mehr als 20 Mitarbeitern ist gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen (Grad der Behinderung ab 50).

Bundesweit lag die durchschnittliche Beschäftigungsquote Behinderter im Jahr 2016 bei 4,7 Prozent, in Baden-Württemberg bei 4,3 Prozent. Wer die Quote nicht erfüllt, zahlt eine Ausgleichsabgabe. Die Höhe der Abgabe kann bis zu 320 Euro im Monat pro unbesetztem Pflichtarbeitsplatz betragen.

Große Unternehmen lagern einfache Tätigkeiten an Behindertenwerkstätten oft aus, um ihre Zahlungspflicht zu erfüllen. Für kleinere Betriebe und Behörden gibt es Erleichterungen. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2017 laut Jahresbericht der Integrationsämter von den Betrieben Ausgleichsabgaben in Höhe von rund 90 Millionen Euro bezahlt.

Die Verwendung der Ausgleichsabgabe ist gesetzlich festgelegt und wird ausschließlich für die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben eingesetzt. Darunter fallen Zuschüsse zu Investitions- und Lohnkosten für Arbeitgeber.

Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland 7,8 Millionen Schwerbehinderte, davon sind drei Viertel älter als 55 Jahre. Bei drei Prozent ist die Behinderung angeboren, bei 88 Prozent ist sie auf Krankheit zurückzuführen.

Rund 3,3 Millionen Schwerbehinderte sind im erwerbsfähigen Alter. Laut Bundesagentur für Arbeit waren 2016 etwas mehr als eine Million Schwerbehinderte sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die behindert oder davon bedroht sind, keinen Schulabschluss schaffen und keine Ausbildung machen können, gibt es in Baden-Württemberg die Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (KoBV). Im Landkreis Lörrach startete die KoBV 2005 als Pilotprojekt. Sie dauert bis zu 18 Monate und ist eine Form der dualen Ausbildung.

Zur KoBV gehören Berufsschulunterricht mit sonderpädagogischer Unterstützung, Begleitung durch den Integrationsfachdienst und ein Jobcoaching bei der Berufsvorbereitung. Die Teilnehmer absolvieren Praktika in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Ziel ist ein festes, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Quelle: Christiane Weishaupt in der BZ vom 23.4.2019

Land beschäftigt zu wenig Behinderte

Baden-Württemberg muss 1,2 Millionen Euro Strafe an das Integrationsamt zahlen, weil die Landesverwaltung nicht genügend schwerbehinderte Menschen beschäftigt.

Stuttgart - In der Landesverwaltung geht der Anteil der schwerbehinderten Mitarbeiter seit Jahren zurück. 2017 waren dort 4,62 Prozent der Arbeitsplätze mit Personen mit Einschränkungen besetzt. 2014 waren es 5,17 Prozent, 2015 noch 4,98 Prozent und 2016 nur 4,82 Prozent.

Weil Baden-Württemberg auch 2017 die Fünf-Prozent-Quote nicht erreicht hat, muss es erneut eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt beim Kommunalverband für Jugend und Soziales überweisen – in Höhe von 1,18 Millionen Euro. Seit langem sind Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten verpflichtet, mindestens fünf Prozent der Stellen mit schwerbehinderten Mitarbeitern zu besetzen. Wird diese Quote nicht erfüllt, müssen sie bis zu 320 Euro pro Person und Monat bezahlen.

Weiterlesen Stuttgarter Zeitung.de vom 20.2.19

Inklusionsbetriebe

"Inklusionsbetrieb" ist seit 01.01.2018 der gesetzliche Oberbegriff für die bisherigen "Integrationsprojekte" nach dem Sozialgesetzbuch-Neuntes Buch.

Inklusionsbetriebe können rechtlich selbstständige Inklusionsunternehmen sein oder unselbstständige Inklusionsabteilungen oder Inklusionsbetriebe.

Inklusionsbetriebe bieten schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit besonderen Vermittlungshemmnissen sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse des allgemeinen Arbeitsmarktes. Zudem erhalten sie arbeitsbegleitende Betreuung, berufliche Weiterbildung und die Teilnahmemöglichkeit an außerbetrieblichen Trainings- und Bildungsmaßnahmen. So soll Ihnen ermöglicht werden, sich für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Das Angebot der Inklusionsunternehmen gilt auch für behinderte oder von Behinderung bedrohte psychisch kranke Menschen.

Mehr dazu: https://www.kvjs.de/behinderung-und-beruf/inklusionsbetriebe/

Inklusionsbetriebe in Baden-Württemberg: http://www.iubw.de/iu-finder/

 

 

 

Inklusionsbetriebe in Freiburg und der Regio

Integrationsfachdienst - Arbeit vermitteln und sichern

Der Integrationsfachdienst (IFD) unterstützt Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung dabei, am allgemeinen Arbeitsleben teilzuhaben. Sein vernetztes, flexibles und regionales Angebot in breiter Trägerschaft fördert diese Menschen dabei, eine dauerhafte Beschäftigung aufzunehmen und auszuüben.

Integrationsfachdienst, Holzmarkt 8, 79098 Freiburg, Telefon (07 61) 368 94-500, ifd@ifd-freiburg.de, www.ifd-bw.de

Interview mit Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg zum Thema "Arbeit für Ältere und Menschen mit Handicap"

Weitere Behindertenfreundliche Betriebe in Freiburg:

Autohaus Märtin

Caritasverband Freiburg-Stadt e.V.

Green City Hotel Vauban

Haus & Halt

Dreisamwerke gGmbH

St. Georg Service GmbH

... und in der Regio:

Hofgut Himmelreich, Kirchzarten        

Haus & Garten, Kirchzarten

Café Mitnander, Eichstetten / Kaiserstuhl

InfoPunkt am Stadtbahnhof Freudenstadt

iD integrierte Dienste gemeinnützige GmbH, Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch

Bioservice Südbaden gGmbH, Eichstetten

Secondo - Das SecondHand Kaufhaus, Umkirch

Hotel Rheinsberg, Bad Säckingen

Hotel Fridolin, Bad Säckingen

Willi Schüler GMBH, Ebringen

s.a. Unbehindert miteinander

Alternsgerechtes Arbeiten

Mit dem Ziel, dem Mittelstand konkrete Handlungsempfehlungen für ein alternsgerechtes Arbeitsumfeld an die Hand zu geben, hat das Fraunhofer IAO im Auftrag des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und in Kooperation mit der Allianz für Fachkräfte Baden-Württemberg die Studie »Alternsgerechtes Arbeiten« durchgeführt. Ziel ist, vor allem kleine und mittlere Unternehmen darin zu unterstützen, sich mit dem demografischen Wandel zu befassen und unternehmensspezifische Lösungen zu finden.

In der Studie »Alternsgerechtes Arbeiten« finden Sie die gesammelten Erfahrungen und guten Beispiele von 27 Unternehmen.

Hier gehts zur Studie

Projekt: Arbeit inklusive - Inklusion beginnt in den Köpfen

Von der Arbeitsagentur Freiburg werden zur Zeit 935 Menschen mit Schwerbehinderung betreut. 60% von ihnen sind qualifiziert – haben eine Studium oder eine duale Ausbildung durchlaufen. Die Jobcenter Emmendingen, Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald schicken Arbeitssuchende  zum Bildungsträger Berufliche Bildung (BBQ). Dort sucht man nach Unternehmen, die eine passende Stelle frei haben. Ziel ist es die Arbeitssuchenden und die Arbeitgeber zu begleiten und öffentlich für Inklusion einzutreten. Das Projekt läuft seit Februar, dauert bis  2018 und kostet 1,4 Mio Euro, die vom Bund finanziert werden.

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Infos des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)

Einige Inhalte des BMAS-Internetauftritts sind zusätzlich in Leichter Sprache und in Gebärdensprache aufbereitet.

Modelle der Berufsvorbereitung und Berufsqualifizierung für Menschen mit Lernschwierigkeiten/ geistiger Behinderung

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Freiburg, Partnerbetrieben des Hotel- und Gastronomiebereichs und Schulen mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten "Geistige Entwicklung" und "Lernen" führt Die Akademie Himmelreich eine Berufsvorbereitende  Bildungsmaßnahme (BvB-Reha) in den Berufsfeldern Hotel- und Gaststättengewerbe, Hauswirtschaft und Hausmeisterdienste durch. Die Maßnahme beginnt immer im September eines Jahres und dauert 18 Monate. Im Wechsel finden theoretische und praktische Schulungen in der Akademie Himmelreich und Praktika in Partnerbetrieben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt statt.  Gefördert wird sie durch die Agentur für Arbeit Freiburg und unterstützt von der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, den Sozialdezernenten der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Sie wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert durch den Fachbereich Heilpädagogik der Katholischen Hochschule Freiburg und filmisch dokumentiert.  

Über 80 Teilnehmer/innen konnten bereits in Betriebe vermittelt werden.

Ansprechpartnerin: Sophie Altenburger
Tel.: 07661 / 98 62 150
E-Mail: altenburger@akademie-himmelreich.de

http://www.hofgut-himmelreich.de/de/index.php?page=4.2.0

 

 

Vom KVJS ausgezeichnete Betriebe

Seit zehn Jahren sind sie engagiert bei der Sache: Der Kommunalverband für Jugend und Soziales hat fünf Unternehmen mit dem neuen Preis für langjähriges Engagement bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen ausgezeichnet. Damit verbunden sind Prämien von jeweils 1.000 Euro.

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Behinderte Arbeitssuchende haben es schwer in Baden-Württemberg

Wer als Behinderter im Südwesten arbeiten will, hat es nach Auffassung des Landesbehindertenbeauftragten besonders schwer. Ausgerechnet in dem reichen Bundesland drücken sich Unternehmen gerne vor der Einstellung von Menschen mit Handicap, kritisierte Gerd Weimer. Mehr als 50 Prozent der Betriebe, die laut Gesetz Behinderte beschäftigen müssten, "kaufen sich frei".

Von den 20 Dax-Unternehmen, die im Land vertreten seien, erfüllten gerade sieben die vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent. "Die gute Wirtschaftslage geht an Menschen mit Behinderung komplett vorbei", sagte Weimer.

Auch die Landesverwaltung, mit 240 000 Stellen größter Arbeitgeber im Südwesten, sei kein gutes Vorbild. "Die erfüllen mit 5,1 Prozent ihre Quote haarscharf." Außerdem müssten gerade die öffentlichen Arbeitgeber, Städte und Gemeinden, mit gutem Beispiel vorangehen; ebenso richtete Weimer einen flammenden Appell an die Privatwirtschaft. "Leute, schaut euch um: Es gibt doch Unternehmen, die sich vorbildlich verhalten." Wenn dies unterbleibe, "muss der Gesetzgeber tätig werden".

Gemeinsam mit seinen 15 Kollegen der anderen Bundesländer fordert er eine Beschäftigungsquote von sechs statt fünf Prozent. Außerdem müsse die sogenannte Ausgleichsabgabe, mit der Unternehmen sich von der Beschäftigung Behinderter freikaufen können, drastisch erhöht werden. Im Durchschnitt könnten Unternehmen sich mit 2100 Euro jährlich freikaufen je nicht eingestelltem Behinderten. Weimer: "Das ist ein Witz."KARLSRUHE/STUTTGART (dpa)

Problematischer Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte in Deutschland

In ganz Deutschland gibt es 177.000 arbeitslose, schwerbehinderte Menschen. Obwohl sie oft eine überdurchschnittlich hohe Qualifikation mitbringen, beschäftigen 39.000 deutsche Betriebe keinen einzigen Schwerbehinderten. Während bei öffentlichen Arbeitgebern 6,6, % der Mitarbeiter eine Behinderung haben, kommt die Privatwirtschaft mit 4,1 % ihrer gesetzlichen Verpfichtung nicht nach.

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Barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung und Eingliederungsmanagement

Von vorneherein keine Barriere aufzubauen, ist der einfachste Weg, um Menschen mit besonderen Anforderungen an allen Lebensbereichen teilhaben zu lassen. Ein Leitfaden der gesetzlichen Unfallversicherung VBG beschreibt die Grundsätze der "Barrierefreien Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen".

Eine andere VBG-Info gibt es zum "Betrieblichen Eingliederungsmanagement". So können Arbeitsplätze für Menschen mit unterschiedlichen kognitiven und physischen Möglichkeiten zugänglich gemacht werden.

Mehr zur VBG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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