Barrierefreiheit für rund ein Prozent der Baukosten realisierbar

Eine Studie von Terragon in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund analysiert die Mehrausgaben für barrierefreies Bauen im Vergleich zum konventionellen Bauen anhand eines exemplarischen Wohnungsneubauprojektes und kommt zu einem verblüffendem Ergebnis: Barrierefreiheit macht nur gut ein Prozent der Gesamtbaukosten aus. Barrierefreies Bauen ist demnach keine Frage der Kosten, sondern vielmehr der Konzeption und Planung. Analysiert wurden im Rahmen der Studie „Barrierefreies Wohnen im Kostenvergleich“ insgesamt 148 Kriterien für barrierefreies Bauen nach der DIN 18040-2. Bei 138 Kriterien zeigte sich, dass Barrierefreiheit nicht mit Mehrkosten verbunden ist, sondern allein mithilfe einer intelligenten Planung erreicht werden kann. Grundlage der Untersuchung war das Musterprojekt eines fünfgeschossigen Wohnungsneubaus in Berlin mit insgesamt 20 Wohnungen und 1.500 Quadratmeter Wohnfläche, fordert TERRAGON und der DStGB in der neuen Studie „Kostenvergleich Barrierefreies Bauen“.

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Barrierefrei und Universal Design

"Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind."
(BGG, §4)

Im Universal Design sind Produkte und Dienstleistungen, die von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung genutzt werden können. (UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 2)

DIN-Normen für barrierefreies Bauen

Die DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2 bezieht sich auf Wohnungen (Ausgabe: 2011-09). Sie ersetzt die DIN 18025-1 und 2. Die Einführung der Norm bzw. einzelner Punkte in die Technischen Baubestimmungen obliegt jedem Bundesland einzeln!!

Die DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1 bezieht sich auf öffentlich zugängliche Gebäude (Ausgabe: 2010-10).Sie ersetzt die DIN 18024-2:1996-11.

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Barrierefreies Wohnen

In der Auswahlleiste rechts finden Sie In dieser Rubrik Anbieter von Handwerks- und Dienstleistungen, die über  besondere Kompetenz bei der Beratung und Realisierung generationenfreundlicher und barrierefreier Bau- und Umbaumaßnahmen verfügen.

 

Basis-Checkliste zum barrierefreien Wohnen

1.     Erreichbarkeit Haus /Wohnung und Außenanlagen:
Parkplatz / Garage: Stellfläche 5 x 3,5 m
Haustür: überdacht, schwellenfrei, stufenlos  bzw. Rampe (max. 6 % Gefälle, mind. 80 cm breit)


Treppenhaus:
Aufzug (Innenfläche Kabine 120 x 140 cm)
Treppenlift
Stufen: Kontrastreich markieren, trittsicherer Belag, nicht höher als 17 cm, 29 cm tief
Handlauf: Beidseitig in 85-90 cm Höhe, Durchmesser 3,5-4,5 cm
Flur (mind. 120 cm breit, denn Rollstuhlbreite = 65 cm, Rollator = 60cm)
Keine Stolperfallen

Bad:
WC: Sitzhöhe 46-48 cm, daneben einseitig Platz für Rollstuhlfahrer (zum Umsetzen = 90cm) oder höhenverstellbar
Wenderadius (120 cm)
Waschbecken: unterfahrbar, Einhandmischarmatur mit langem Hebel
Spiegel: bis zum Boden oder neigbar
Regalhöhen
Bodenbelag (rutschfest)
Schwellenlose Dusche
Duschhocker oder Klappsitz / standfeste Sitzmöglichkeiten
Haltegriffe
Tür: nach außen öffnend und von außen entriegelbar (ggf. Schiebetür)

Küche:
Küchenzeile: unterfahrbar bzw höhenverstellbar
Sitzmöglichkeit
Regal-/Schrank-/ Geräte-/ Abzugshöhe individuell (eventuell absenkbar)
Wenderadius: 120-150 cm

Wohnbereich:
Aufstehunterstützende Möbel
Schrankhöhe
Wenderadius 120-150 cm
Schreibtisch (höhenverstellbar)

Schlafbereich:
Betthöhe: eventuell Holzklötzer/Steine unterlegen
Seniorenbett / Pflegebett
Platz neben dem Bett zum Umsteigen vom Rollstuhl
Leselampe / Notlicht / Zentrale Lichtschaltung neben dem Bett

Gesamter Wohnbereich:
Notrufsystem
Assistenzsysteme: Elektron. Rolladen, Türöffner, Haustelefon etc.
Beleuchtung: Kombination von direkt und indirekt, blendfrei (60jährige benötigen 3x soviel Licht!) zentrale Schaltmöglichkeit
Farben: warmweiß, neutralweiß (wichtig bei Demenz!)
Kontrastreiche Markierungen / Symbole
Schwellenfrei
Fenster: Energieeffizient, Widerstandsklasse RC 2 oder 3, leichtgängig mit gut bedienbaren Griffen, bodentief, Elektroantrieb zum Öffnen und für Rolläden
Bodenbelege: Rutschfest, aber gut berollbar

 

 

barrierefrei

©Cristine Lietz/ pixelio.de