Sehbehinderte und blinde Menschen

Per Gesetz gilt als "sehbehindert", wer weniger als 30%,
als "wesentlich sehbehindert", wer weniger als 10%,
als  "hochgradig sehbehindert", wer weniger als 5% und
als „blind", wer weniger als 2% sieht.
In Deutschland leben 45.000 blinde und zwischen 500.000 und 1,1 Millionen sehbehinderte Menschen. Jedes Jahr erblinden über 20.000 Menschen.

Tipps für Blinde und Sehbehinderte

Stadtführungen für Blinde und Sehbehinderte bietet u.a. das Stadtführungsunternehmen Freiburg Kultour an.

Auch Erlebnis-Stadtführungen mit Schauspiel-Inszenierungen eignen sich gut für blinde und sehbehinderte Touristen, denn dabei wird sehr viel fürs Ohr geboten.

Eine Übersicht aller angebotenen Stadtführungen finden Sie hier

Das Freiburger Münster als zweidimensionales Tastmodell finden Blinde und Sehbehinderte links vom Hauptportal. Bei Münsterführungen bietet auch das Chorgestühl eine gute Möglichkeit, viele Dinge zu ertasten.

Die Münsterbauhütte stellt für architektonisch Interessierte ein gutes Reiseziel dar. Bei Voranmeldungen können sich Besucher mit den dort tätigen Mitarbeitern unterhalten und ihre Fragen stellen.

Im öffentlichen Nahverkehr Freiburgs gibt es für blinde oder sehbehinderte Menschen derzeit keine Möglichkeit, die Nummer von ankommenden Straßenbahnen oder Bussen eigenständig in Erfahrung zu bringen. Entweder muss der Fahrer oder Passanten gefragt werden.

Manche Fahrer sagen die Nummer über die vorhandenen Außenlautsprecher an, wenn sie jemandem mit weißem Stock sehen. Da aber viele, insbesondere ältere Menschen ihre Sehbehinderung nach außen nicht zu erkennen geben möchten, ist dies keine sichere Methode. Zudem muss die Ansage vom jeweiligen Fahrer selbst gemacht werden, es steckt also kein Automatismus dahinter.

Folgende Restaurants bieten derzeit (Stand Oktober 2015) Speisekarten in Braille-Schrift an: Das "Vorderhaus" in der Fabrik für Handwerk, Kultur und Ökologie, Gasthaus „Zum Rauen Mann“, Gasthaus „Schwarzwälder Hof“. Viele Restaurants bieten Speisekarten im Internet an, so dass man sich vorab orientieren kann.

Blinden-Reportagen beim SC

Pro Spiel des SC Freiburg können sechs sehbehinderte Fußballfans seit 2014 durch eine Reportage über Funkempfänger und Kopfhörer miterleben.

Mehr zu Angeboten für Menschen mit Handicap im Schwarzwaldstadion im Öffnet externen Link in neuem FensterBundesliga-Reiseführer Barrierefrei ins Stadion

 

Test von 5 Apps für Blinde

 

App verbindet Blinde mit Sehenden

Wer eine Sehschwäche hat und einen dringenden Rat braucht, soll mit der App "Be my Eyes" auf ein Netzwerk aus Tausenden Helfern zurückgreifen können. Stellt ein sehbehinderter Nutzer eine Anfrage, verbindet ihn die App per Video mit einem sehenden Freiwilligen. Der schaut sich das Kamerabild an und beschreibt seinem Gegenüber, was er sieht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/iphone-app-be-my-eyes-mit-dem-smartphone-blinden-menschen-helfen-a-1013414.html

 

 

Tipps im Umgang mit blinden Menschen

Menschen, die nicht blind oder sehbehindert sind, fühlen sich oft unsicher im Umgang mit uns blinden Personen. Daraus resultieren dann schon mal Handlungen, die gut gemeint, jedoch eher kontraproduktiv sind.

Begegnen Sie einem blinden Menschen auf der Straße, dann stellen Sie sich bitte mit Namen vor und in normaler Lautstärke. Blinde Personen hören ebenso gut wie Sehende.

Sprechen Sie nicht mit der Begleitperson über den Blinden. Fragen wie „Was möchte er oder sie gern trinken“ sind abwertend. Wenn die blinde Person zahlt, bekommt auch sie das Wechselgeld zurück, und nicht die Begleitung.

Möchten Sie blinden Menschen einen Weg beschreiben, dann benutzen Sie Angaben wie links, rechts, hinter Ihnen oder zweiter Hauseingang.
Bevor Sie eine blinde Person anfassen, um sie über eine Straße führen, fragen Sie, ob derjenige das überhaupt möchte. Ist Gefahr in Verzug, dann erst mal nur warnen, statt einfach so anfassen.

Beim Führen wird der blinde Begleiter Sie am Ellenbogen anfassen, oder Ihne die Hand auf die Schulter legen. Und er läuft etwa einen halben Schritt hinter Ihnen. Fragen Sie, ob Sie Treppenstufen ansagen sollen. Möchten Sie ihn zu einem Stuhl führen, dann reicht es seine Hand auf die Lehne zu legen.

Kommen wir mal zur Kommunikation. Worte wie blind, sehen, schauen sind Begriffe der alltäglichen Kommunikation. Sie können diese also uneingeschränkt verwenden, wenn Ihr Gesprächspartner blind ist. Doch sollten Sie mit Fragen zur Sehbehinderung sensibel umgehen.

Blinde Verkehrsteilnehmer lernen wie sie eine Straße sicher überqueren. Wenn Sie mit laufendem Motor halten, um diese vorbeizulassen, schaffen Sie Verunsicherung, ganz gleich wie viel Handzeichen Sie geben, oder hupen. Der Blinde sieht das nicht. Also einfach weiterfahren. Damit helfen Sie uns am besten.

Wollen Sie einem blinden Menschen auf Augenhöhe begegnen, dann streichen Sie am besten Sätze wie „Ich mach das mal schnell“ aus Ihrem Sprachgebrauch. Denn das ist eher verletzend als förderlich für eine gemeinsame Ebene der Zusammenarbeit.

 

Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V.

In Südbaden sind von 2,3 Mio Einwohnern rund 11.000 sehgeschädigt. Wir bieten Rat und Hilfe für Betroffene sowie deren Angehörige und Freunde.
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. arbeitet mit zahlreichen Einrichtungen, die sich zum Wohle blinder und sehbehinderter Menschen in einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, in ständiger Kooperation.
Fast alle Lebensbereiche werden hier abgedeckt.

Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. (BSVSB)
Wölflinstraße 13
79104 Freiburg

Tel. 0761 / 3 61 22
Fax 0761 / 3 61 23

E-Mail: info@bsvsb.org
Internet: www.bsvsb.org

 

Wie funktionieren Blinden-Ampeln?
Anleitung des BSVSB zu den barrierefreien Ampeln mit Signalgebern für blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer

Der BSVSB gibt auch Hörzeitungen heraus:

  • Badische Zeitung – Ausgabe Freiburg Stadt
  • Mittelbadische Presse - Offenburger Tageblatt (Offenburg 1)
  • Mittelbadische Presse - Offenburger Tageblatt (Offenburg 2)
  • Mittelbadische Presse - Ausgabe Gengenbach
  • Mittelbadische Presse - Achern-Rench-Zeitung
  • Mittelbadische Presse - Kehler Zeitung
  • Mittelbadische Presse - Lahrer Zeitung
    Mehr dazu...

Der BSVSB ist immer aus der Suche nach ehrenamtlichen Aufleser/innen. Interessenten bitte beim Verein melden!

Tipps zum Kommunikationsdesign für Sehbehinderte

TV für Alle

Der gemeinnützige Berliner Verein Sozialhelden startet in Kooperation mit den Medienanstalten, ARD, ZDF und dem VAUNET das Inklusionsprojekt „TV für Alle“. Die neue Website TVfürAlle.de zeigt im elektronischen Programmführer eine Übersicht der barrierefreien TV-Angebote in Deutschland. „TV für Alle“ erleichtert so das Suchen und Finden von TV-Sendungen mit Untertiteln und Audiodeskription. In einem weiteren Ausbauschritt soll zu online verfügbaren TV-Angeboten in Deutscher Gebärdensprache verlinkt werden.

Landesblindenhilfe

In Baden-Württemberg haben blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen zum Ausgleich blindheitsbedingter Nachteile Anspruch auf Landesblindenhilfe. Die Leistungen sind unabhängig vom Einkommen und Vermögen. Grundlage ist das Gesetz über die Landesblindenhilfe in Baden-Württemberg (LBHG).

Sind das Einkommen und das Vermögen gering, kann ein ergänzender Anspruch auf Blindenhilfe bestehen.<abbr title="Sozialgesetzbuch"></abbr>

Mehr dazu beim KVJS ...

Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.:
Touristische Angebote für Blinde und Sehbehinderte in Baden-Württemberg

Kompetenzzentrum blista

Die blista ist ein bundesweites Kompetenzzentrum für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung. Mit dem einzigen grundständigen Gymnasium im deutschsprachigen Raum, den dezentralen Internaten, der Hörbücherei, der Deutschen Blinden Bibliothek und der Reha-Einrichtung ist die blista auf die Bedürfnisse von Jung bis Alt ausgerichtet. Für ein selbstverständliches Miteinander in einer visuell geprägten Gesellschaft bauen wir Barrieren ab.

Mehr dazu...

Altersbedingte Makuladegeneration
betrifft in Deutschland bereits mehr als 2 Mio. ältere Erwachsene. Damit gibt es doppelt so viele Betroffene in Deutschland wie Demenzkranke. Die altersbedingte Augenerkrankung verläuft progredient und führt in den meisten Fällen zu einer hochgradigen Sehbehinderung.

Mehr dazu finden Sie im Artikel

 "Wolken vor den Augen" von Prof. Dr. Ines Himmelsbach (Katholische Hochschule Freiburg)

 

 

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