Forum Leichte Sprache – Kommunikation für ALLE

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Nun gibt es auch in Freiburg ein Forum für Leichte Sprache, das Texte in Einfache oder Leichte Sprache übersetzt. Jede/r von uns hat schon einmal verständnislos auf Briefe von Behörden, Ärzten, Gebrauchsanweisungen u.ä. gestarrt und eigentlich nichts verstanden. Deshalb sind einfache Formulierungen eigentlich eine Hilfe für alle Menschen.

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Zielgruppen der Leichten Sprache

Leichte oder Einfache Sprache richtet sich jedoch vor allem an Menschen mit Leseschwierigkeiten. Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland gelten als „funktionale Analphabeten“. Diese können zwar einzelne Wörter und Buchstaben lesen und schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte.

Weitere 13 Millionen Menschen haben Probleme beim Lesen und Schreiben. Das sind insgesamt  21 Millionen Deutsche. Dazu gehören Menschen mit einer Leseschwäche mangels ausreichender Bildung, Legasthenie, Gehörlosigkeit von Geburt an, sozialer Beeinträchtigung oder Ältere, deren Lesefähigkeit abgenommen hat. Leichte oder Einfache Sprache wendet sich außerdem an Jugendliche, die selten lesen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Nicht-Muttersprachler/innen.

Warum „Leichte Sprache“?

Speziell die Leichte Sprache besteht aus sehr kurzen Sätzen, ohne Passiv, Genitive, Konjunktive, Fremdwörter oder Abkürzungen. Lassen sich schwierige Wörter nicht vermeiden, werden sie erklärt. Dazu nutzt man einfache, aktive und anschauliche Wörter. Der Text enthält nur die wichtigsten Informationen. Wer Texte in Leichte Sprache übersetzt, muss Sie von einer Prüfgruppe auf ihre Verständlichkeit hin prüfen lassen. Hier kooperiert das Forum Leichte Sprache mit dem Ring der Körperbehinderten e.V.

Wer arbeitet im Forum?

Während es in vielen Orten der Bundesrepublik schon Übersetzungsbüros und Prüfgruppen für Leichte Sprache gibt, suchte man so etwas in Freiburg und der Regio bislang vergebens. Nun haben sich der gemeinnützige Verein Lebensraum für Alle mit der Katholischen Hochschule Freiburg, dem Ring der Körperbehinderten und ausgebildeten Übersetzerinnen zusammengetan und das „Forum  Leichte Sprache“ gegründet. Hier werden eingereichte Texte in Einfache oder Leichte Sprache übertragen, bebildert und von der Prüfgruppe auf Ihre Verständlichkeit hin überprüft. Erst wenn der Text von allen verstanden wurde, kann er veröffentlicht werden. Und sich mit dem obigen Siegel schmücken.

Weitere Informationen: Lebensraum für Alle e.V., Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56317, Mail: info@lebensraum-fuer-alle.org, www.lebensraum-fuer-alle.org

OB meets BoB

Ob Horn mit BoB-Vertretern

Am 28.8.18 traf sich OB Martin Horn mit der Initiative BoB (Bahnhof ohne Barriereren) und Bahnvertretern auf dem Freiburger Hauptbahnhof. 

Bahnhofsmanager Wolf-Dieter Sutter berichtete über die schon umgesetzten Verbesserungen aus dem BoB-Forderungskatalog, insbesondere den Einbau des Blindenleitsystems in der Bahnhofshalle und die hellere Beleuchtung im UG. Statt 84 können sich jetzt auch sehbehinderte Reisende bei 200  Lux besser zurechtfinden. Leider wird es aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht möglich sein, interimsweise auf allen Bahnsteigen Blindenleitsysteme zu installieren, da die sehr teure Investition ja im Zuge des barrierefreien Umbaus in wenigen Jahren wieder abgerissen werden müsste.

Uwe Schade, Geschäftsführer des ZRF, erläuterte anschließend die geplanten Umbaumaßnahmen auf den Bahnsteigen mit dem Einbau der großen Aufzüge an allen Bahnsteigen und dem Durchstich der tiefergelegten Nordunterführung in den Stühlinger. Insgesamt werden für die gesamten Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit bis zum Jahr 2015 über 20 Mio. Euro investiert werden. Die reine Bauzeit werde voraussichtlich 2 Jahre betragen. Gemeinsam suchten alle Beteiligten nach Möglichkeiten zur Beschleunigung des vorgelagerten Genehmigungs- und Planungssprozess. Eine wichtige Rolle im ganzen Verfahren spielt dabei auch die Öffentlichkeitsbeteiligung. Auf die Frage von BoB, warum denn nicht die Chance genutzt werde anlässlich der Stadtbahnbrückensanierung gleich größere Aufzüge einzubauen, herrschte Ratlosigkeit vor.

Als nächste Schritte wurden besprochen:

- zusammen mit dem Bahnhofsmanagement will BoB planen, welche Maßnahmen unserer aktualisierten Forderungsliste bis 2025  umgesetzt werden könnten. Auf eine gute Resonanz bei den Beteiligten ist die BoB-Idee gestoßen, mit ServicmitarbeiterInnen die den Reisenden Hilfe bei Ankunft, Abfahrt und Gleiswechsel anbieten, als Teil einer gelebten Willkommenskultur von Bahnhof und Stadt.

- Zusammen mit dem Bahnhofsmanagement soll veröffentlicht werden, welche unserer Forderungen mittlerweile umgesetzt worden sind. Das ist ein Gewinnerthema für alle Beteiligten

- BoB könnte eine wichtige Rolle zukommen, die von den Umbaumaßnahmen besonders betroffene Nachbarschaft, für das Projekt barrierefreier Umbau zu gewinnen. 

 

 

Südkorea besucht Freiburg-für-Alle

  • Südkoreaner/innen auf den Spuren von Freiburg-für-Alle

Eine Delegation von Professoren der südkoreanischen Chosun-Universität in Gwangju informierte sich im August 2018 bei Freiburg-Für-Alle zur Barrierefreiheit und Inklusion in der Stadt. Neben einem Besuch der Tourist-Info, begrüßte sie auch der Inklusionsbeauftragte.

ZdF dreht mit Freiburg-für-Alle

Sandra Olbrich (ZDF) und Phil Hensel beim Dreh in Freiburg

Sandra Olbrich, bekannt als Moderatorin der ZDF-Sendung "Menschen - das Magazin", drehte in Freiburg für die ZDF-Sendung "Hallo Deutschland" einen Part der Sendung "Auszeit" mit Phil Hensel zum Thema "Freiburg-für-Alle".

Stadtführer "Freiburg für Alle" 2018/19

Barrierefrei durch Freiburg – 6. Neuauflage des Stadtführers "Freiburg für Alle" erschienen!

Die 6. Neuauflage des einzigen Freiburger Stadtführers, der die Barrierefreiheit in den Vordergrund stellt, ist erschienen. Auf 60 Seiten erfahren Touristen und Freiburger/innen was in der Innenstadt  stufenlos, mit Lift oder Rampe erreichbar ist. Ein Rundgang führt durch die Altstadt und weist auf barrierefreie Gastronomie, WCs, Parkplätze und sonstige Infos zur Zugänglichkeit hin. Diese Tour steht auch auf www.freiburg-fuer-alle.de in der Rubrik „Sehenswürdigkeiten“ zum download bereit. Begleitend dazu findet man dort auch den siebenminütigen Film „Freiburg barrierefrei?!“, der einen hindernisfreien Aufenthalt garantiert.

Als Reiseführer enthält die Broschüre auch wieder „machbare“ Ausflugsmöglichkeiten, Stadt- und Netzpläne – eben alles was der Mensch so braucht - vom gemütlichen Restaurant bis zum „stillen Örtchen“.

In der Dienstleistungsbranche ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit barrierefreier und generationenfreundlicher Angebote gewachsen. Dennoch ist es manchmal gar nicht so einfach, sie zu finden! Deshalb hat es sich die Initiative "Freiburg für Alle" seit 2006 zur Aufgabe gemacht, alles für einen gelungenen Aufenthalt in der „Schwarzwaldmetropole“ zu veröffentlichen. Ziel ist es, Inklusion in allen Bereichen des täglichen Lebens zu verwirklichen, so dass jeder selbständig mobil sein und somit ein Stück mehr Lebensqualität gewinnen kann.

Nur dank der Unterstützung unserer Partner&Sponsoren liegt der neue Stadtführer für Freiburger/innen wiederum kostenlos in der Stadtbibliothek, beim Sozialverband VdK, im Seniorenbüro und beim Stadtseniorenrat aus. In der Tourist-Info können ihn Touristen für 1 Euro erwerben.

Zum Download des Stadtführers geht es hier.

Infos in Leichter Sprache

Barrierefreie PDF-Fassung

Weitere Informationen bei Lebensraum für Alle e.V., Gernot Wolfgang, Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel.: 0761 / 56 3 17, E-Mail: info@lebensraum-fuer-alle.org

Barrierefreie Stadtführungen und Wanderungen bei Lebensraum für Alle e.V.

Nach ihrem Abschluss als zertifizierte Gästeführerin im Naturpark Südschwarzwald , bietet Gabriele Hartmann, Mitarbeiterin des Vereins Lebensraum für Alle,  jetzt auch  Führungen zur Barrierefreiheit an.

Den Auftakt machten am 9. März 2018 die „Breisgau Guides“, ein Verband für Gästeführer/innen  aus dem Raum Freiburg. Sie wollten sich informieren, wie sie ihr Angebot auch auf Gäste mit Handicap ausweiten können. In der zweistündigen Führung zeigt ihnen Gabriele Hartmann u.a. die gerade neu eröffnete „Toilette für Alle“ im Innenstadtrathaus und führte die Gruppe dann auf einem „barrierearmen“ Rundgang, wie er auch im Stadtführer „Freiburg für Alle 2018/19“ und auf www.freiburg-fuer-alle.de) beschrieben ist, durch die Altstadt. Sie gab dabei nicht nur Hinweise für mobilitätseingeschränkte  Gäste, sondern auch für Blinde, Gehörlose und Menschen mit Lerneinschränkungen.  Vor dem Haus zum Walfisch sollten – bis auf eine Gästeführerin - alle die Augen schließen und ihr bei der Beschreibung des  Hauses zuhören - so, als wäre es eine Führung für Menschen mit Seheinschränkungen.

Über die geglättete Route liefen die Guides zum Münsterportal und fuhren mit den Fingerspitzen über die in den Wänden eingeritzten „Graffity“: Bestimmungen aus der Marktzeit im Mittelalter. Im Münster selbst ertasteten sie das Blindenmodell des Gotteshauses, um dann im Anschluss  den 3-D-Drucker in der Stadtbibliothek zu besichtigen. Hier erfuhr die Gruppe erfreut, dass man sich  kleine Stadtmodelle für Blindenführungen kostenlos ausdrucken lassen kann. So ging es weiter durch die Altstadtgassen mit Hinweisen zu Behindertenparkplätzen, -WCs und barrierefreier Gastronomie – aber auch auf die vielen „zugemüllten“ Bürgersteige, wildgeparkten Räder und Werbeaufsteller.

Auch auf dem Platz der Alten Synagoge wurde den Guides klar, was für ein Abenteuer es für blinde Menschen bedeutet, über diesen Platz zu gehen: keine Warnung vor den Fontänen und verschiedenen Masten, kein Leitsystem und ständig Radler und Scater, die kreuz und quer über den Platz sausen.

Gabriele Hartmann hat zusammen mit einer 91jährigen Freiburgerin auch seniorengerechte Wanderungen entwickelt: Keine davon ist länger als 5 km, ohne Steigungen, mit ÖPNV-Anschluss, Sitzmöglichkeiten und WCs unterwegs und einer gemütlichen Einkehr am Schluss.

Lebensraum für Alle bringt bei Bedarf zu solchen Führungen  auch  Rollstuhl, Rollator und Blindenbrillen sowie einen Alterssimulationsanzug mit.

Infos und Buchungen bei Lebensraum für Alle e.V., Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56317, info@lebensraum-fuer-alle.org, www.lebensraum-fuer-alle.org

Im Guide-Portal der Schwarzwald Tourismus GmbH finden Sie Gabriele Hartmann hier

 

 

Veranstaltungen barrierefrei planen

Menschen mit motorischen Behinderungen, mit Seh-, Sprech-, Hör- oder Lerneinschränkungen haben ein Recht auf Teilhabe in einer barrierefreien Umwelt. So steht es in der UN-Behindertenrechtskonvention.

Trotzdem können sie viele Veranstaltungen nicht besuchen. Es fehlt an Barrierefreiheit: Schon vorab im Bereich der Information über die Veranstaltung müssen sowohl die gedruckten als auch die digitalen Ankündigungen lesbar und verständlich sein.

Der Veranstaltungsort muss auf seine Zugänglichkeit hin überprüft werden:  Anreisemöglichkeiten, Parkplätze, ebenerdiger Zugang,  Ausschilderung, Bestuhlung, Podium, Toiletten – alles muss stimmen. Was die Technik anbelangt, gibt es heutzutage für jede Behinderungsart ein reiches Angebot an Assistenz- und Hilfsmitteln.

Die größte Herausforderung für den Veranstalter ist, alles so frühzeitig zu planen, damit er rechtzeitig weiß, auf welche Behinderungsarten er sich einzustellen hat. Auch die vollen Terminkalender der Gebärdendolmetscher/innen erfordern eine frühe Anfrage. Blinde Teilnehmer/innen sollten die Skripte der Referenten vorab online bekommen, um sie auf Ihren Lesegeräten bereits vor sich haben, wenn der Vortrag beginnt. Das zwingt auch die Referenten zu großer Disziplin: Zum einen frühzeitige Bereitstellung der Vorträge mit Folien, die den gesamten Sinnzusammenhang darstellen, zum anderen sollten Sie während der Veranstaltung nicht mehr vom Skript abweichen.

Während der Veranstaltung hilft es, wenn geschultes Personal bereitsteht, das gut informiert, aufmerksam und freundlich, mögliche Hürden aus dem Weg zu räumt. Pausen sind großzügig einzuplanen und beim Büffet darf es nicht nur Stehtische geben – so dass sich alle auf Augenhöhe begegnen können!

Dies alles ist wichtig, um Veranstaltungen für alle Menschen, unabhängig von Einschränkungen oder Behinderung, in gleicher Weise erlebbar zu machen.

Der gemeinnützige Verein Lebensraum für Alle bietet –unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg-  kostenlose Beratung für barrierefreie Veranstaltungen an.

Mehr Infos bei Lebensraum für Alle e.V., Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761 56317, Mail: info@lebensraum-fuer-alle.org; www.lebensraum-fuer-alle.org

Freiburg, 23.02.2018  

Zähringen-Website in „Leichter Sprache“

Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt zahlreiche Initiativen in ganz Deutschland bei ihrem Einsatz für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander. Der gemeinnützige Verein „Lebensraum für Alle e.V.“ hat sich im Rahmen dieses Programms um die Förderung der Übersetzung seiner Homepage www.zaehringen-fuer-alle.de in „Leichte Sprache“ beworben und einen Zuschlag bekommen.

Warum „Leichte Sprache“?

Leichte Sprache besteht aus sehr kurzen Sätzen, ohne Passiv, Genitive, Konjunktive, Fremdwörter oder Abkürzungen. Lassen sich schwierige
Wörter nicht vermeiden, werden sie erklärt. Dazu nutzt man einfache, aktive und anschauliche Wörter. Der Text enthält nur die wichtigsten Informationen.

Zielgruppen der Leichten Sprache
Leichte oder Einfache Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit Leseschwierigkeiten. Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland gelten als „funktionale Analphabeten“. Diese können zwar einzelne Wörter und Buchstaben lesen und schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte. Weitere 13 Millionen Menschen haben Probleme beim Lesen und Schreiben. Das sind insgesamt  21 Millionen Deutsche. Darunter fallen Menschen mit einer Leseschwäche aufgrund fehlender Bildung, Legasthenie, Gehörlosigkeit von Geburt an, sozialer Beeinträchtigung oder Ältere, deren Lesefähigkeit abgenommen hat.
Leichte oder Einfache Sprache wendet sich außerdem an Jugendliche, die selten lesen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Nicht-Muttersprachler.

 

Deshalb übersetzt Lebensraum für Alle jetzt seine Texte in Leichte Sprache. Immer wenn ein Artikel mit diesem Symbol gekennzeichnet ist, liegt bereits eine Übersetzung vor. Gabriele Hartmann, Projektkoordinatorin von Lebensraum für Alle, hat sich bei der Lebenshilfe Stuttgart zu diesem Thema weitergebildet und fertigt die Übersetzungen an. Anschließend liest eine Prüfgruppe aus lerneingeschränkten Menschen die Texte und erst, wenn sie von allen verstanden wurden, können sie veröffentlicht werden.

Bei seinen Beratungen zu barrierefreien Veranstaltungen, bietet der Verein ebenfalls an, die gedruckten und digitalen Informationsmaterialien auf Verständlichkeit hin zu überprüfen.

Weitere Informationen: Lebensraum für Alle e.V., Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56317, Mail: info@lebensraum-fuer-alle.org, www.lebensraum-fuer-alle.org

 Logo des Bundesministeriums für Famlie, Senioren Frauen und Jugend

1,1 Million für mehr Barrierefreiheit in Freiburg

Momentan leben in Freiburg 26.600 Menschen mit einer Schwerbehinderung. Zusammen mit immer mehr älteren Mitbürgern mit einer  Mobilitäts-, Seh- oder Höreinschränkung sind rund 15 % der Einwohner/innen auf Barrierefreiheit angewiesen. Hinzu kommen die immer stärker wachsenden Zahlen älterer Touristen. Sie alle haben laut UN-Behindertenrechtskonvention, Behindertengleichstellungs- und Teilhabegesetz sowie im Rahmen der aktuellen Inklusions-Bewegung das Recht auf eigenständige Teilhabe am öffentlichen Leben.

Eine Untersuchung des Garten und Tiefbauamtes der Stadt Freiburg hat eine lange Liste problematischer Stellen in der Innenstadt ergeben, die für diese Menschen nicht oder schwer zugänglich sind: Zu schmale und vollgestellte Gehwege, fehlende Bordsteinabsenkungen, Blindenleitsystemen und Informationen im Zwei-Sinne-System und vor allem das schwer begeh- und berollbare  Altstadtpflaster am Münsterplatz, am Augustinerplatz und am Rathausplatz.

Auch im ÖPNV, der per  Gesetz 2022 der ÖPNV bis 2022 barrierefrei sein müsste,  können  z.B. von 180 gefährlichen Ampelübergängen nur 10 Anlagen jährlich barrierefrei umgerüstet werden. Von den anderen 318 Haltestellen sind 87 für Rollstuhlfahrer ohne Rampe nutzbar, weil sie Sonderbords oder einen erhöhten Bordstein haben. An weiteren 100 kommen sie mit Klapprampe in das Fahrzeug. Das Personenbeförderungsgesetz gibt bis 2022 volllständige Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr vor. Deshalb werden von den 1,1, Millionen Euro, die der Gemeinderat für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bereitgestellt hat auch einige Haltestellen und Ampeln verbessert.

Für die barrierefreie Umgestaltung des Hauptbahnhofs, gibt es dank der Initiative BoB (Bahnhof ohne Barrieren) mittlerweile Zusagen von Bahn und Stadt  für die Planung neuer Aufzüge in der Nordunterquerung – aber wann all diese Problemzonen letztendlich fertiggestellt sein werden, weiß niemand. Zum 900jährigen Stadtjubiläum Freiburgs - 2020 - sicherlich noch nicht!

Stand:  4 / 2017

Der Gemeinderat hat 1,1 Mio Euro für mehr Barrierefreiheit in der Stadt bereitgestellt. Was soll damit geschehen? Die Stadtverwaltung will dem Gemeinderat im September 2017 Pläne zur Diskussion stellen. Daniela Schmid vom Beirat für Menschen mit Behinderung fände eine halbe Stelle für eine speziell für Barrierefreiheit zuständige Person am wichtigsten. Die ist bisher nicht vorgesehen.

Mehr dazu in der BZ vom 13.09.2017

Umbau der "Breisgau-S-Bahn 2020"

Im Rahmen des Projekts "Breisgau-S-Bahn 2020" werden alle Bahnhöfe in Freiburg ausgebaut und damit barrierefrei. Dazu werden Rampen und Aufzüge eingebaut, die Bahnsteighöhe vereinheitlicht sowie Blindenstreifen installiert.

Achtung!!!

Ab dem 1. März 2018 wird die Strecke der Höllentalbahn gesperrt, anstelle der Züge wird ein Schienenersatzverkehr durch die SBG betrieben. Dieser soll mit niederflurigen Gelenkbussen durchgeführt werden. Auf vier verschiedenen Linien wird Freiburg mit den Schwarzwaldgemeinden verbunden.

  • Linie A: Freiburg Hbf - Titisee - Neustadt
  • Linie B: Freiburg Hbf - Freiburg Schwabentorbrücke - Kirchzarten - Himmelreich - Hinterzarten - Titisee - Neustadt
  • Linie C: Freiburg Hbf - Kirchzarten
  • Linie D: Freiburg Laßbergstraße - Kirchzarten

Fahrplan https://bauinfos.deutschebahn.com/docs/baden-w/infos/727_0103-31102018_fahrplan01.pdf

Weitere Informationen finden Sie unter

http://www.bsb2020.de/cms/Regioverbund/BSB2020/nav/abschnitte/1,300498,20274.html

sowie

http://www.badische-zeitung.de/alle-fragen-und-antworten-zur-sperrung-der-hoellentalbahn (BZ-Plus)

Auf dem Weg zum Barrierefreien Tourismus

Wie verreisen die rund 10 Millionen Deutschen mit Behinderung? Wo informieren sie sich? Wo finden sie eine geeignete touristische Infrastruktur? Darüber wird seit vielen Jahren diskutiert.

Baden-Württemberg ist eins der wenigen Bundesländer, die sich noch nicht dem bundesweiten Gütesiegelsystem für barrierefreien Tourismus  „Reisen für Alle“ angeschlossen hat. Da man sich aber im Tourismus in der Region aufgrund des demografischen Wandels auf veränderte Gäste-Bedürfnisse einstellen muss, um weiterhin als Reiseziel "Für Alle" attraktiv zu bleiben, haben sich der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) zusammengetan, um die touristischen Partner frühzeitig zum Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren. Lebensraum für Alle führt diese Schulungen mit Sensibilisierung zur Barrierefreiheit durch. Die 3. Schulung fand am 28. März 2017 in Freiburg statt.
Infos und Anmeldungen bei Lebensraum für Alle e.V. , www.lebensraum-fuer-alle.org

Schulung für ehrenamtliche Wohnraumberater/innen

Die meisten älteren Menschen wollen auch dann, wenn sie nicht mehr so mobil sind, in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Aber irgendwann wird jede Stufe und Schwelle oder die Badewanne zu einer Hürde. Hier können Wohnraumberater/innen  eine große Hilfe sein.

Angesichts des demografischen Wandels wird die Zahl derjenigen, die Wohnraumanpassungen benötigen, immer größer, denn nur ca. 5% der Wohnungen sind alterstauglich. Der gemeinnützige Verein Lebensraum für Alle, der seit vielen Jahren kostenlose und ehrenamtliche Wohnraumberatung macht, bietet auch Schulungen für angehende Berater/innen. Diese beinhalten auch die Besichtigung einer Ausstellung zu technischen Hilfsmitteln und laufen dann über drei weitere Tage à fünf Stunden. Für die eigene Sensibilisierung testen die Teilnehmer/innen Bewegungen im Alterssimulationsanzug und machen Probefahrten mit Rollstuhl und Rollator. Anhand von Checklisten erfahren sie, worauf sie schon im äußeren Umfeld der Wohnung und dann in den einzelnen Räumen achten müssen. Maßband, Fotoapparat und Checkliste sind immer dabei, damit das Beratungsgespräch auch fachgerecht dokumentiert werden kann.

Wer Wohnraumberatung machen möchte, sollte über einige grundlegende Fähigkeit verfügen: Einfühlungsvermögen, Organisationstalent, Kontaktfreudigkeit, Geduld und Zeit, technisches Verständnis,  mobil und flexibel sein. Ziel ist es, kundenorientiert und  neutral zu beraten (ohne Verkaufsinteressen!)

In den Schulungen  lernen die Teilnehmer/innen Grundkenntnisse zur barrierefreien Gestaltung, die Vielfalt möglicher Problemzonen und Lösungsmöglichkeiten  in und außerhalb des Hauses, Technik der Vermessung und Datenaufnahme, Hilfsmittel, regionale Ansprechpartner, Netzwerkpartner und Finanzierungsmöglichkeiten kennen.

Zum Kreis der Referenten gehören  Fachleute wie die Architektin Susann Fischer (Staufen), Dipl. Sozialpädagogin Hadwig Storch von der Beratungsstelle für Senioren im Kaiserstuhl oder Thomas Bethmann, Freie Holzwerkstatt Freiburg.

Alle Teilnehmer/innen  erhalten  neben den Online-Unterlagen eine Mappe mit Checklisten und Informationen in Loseblattform für Erweiterungen und Aktualisierungen.

Weitere Infos und Anmeldeformulare bei Lebensraum für Alle e.V., Gernot Wolfgang, Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56317, Mail: info@lebensraum-fuer-alle.org.

Lebensraum für Alle ist Mitglied der BAG Wohnungsanpassung e.V.( www.wohnungsanpassung-bag.de)

Broschüre "Zähringen für Alle"

"Zähringen für Alle" - Infos online und als Broschüre

Neben  „Freiburg für Alle“ gibt es jetzt auch „Zähringen für Alle“ als nächste Stadtteil-Informationsplattform: gedruckt und online. Durch eine Förderung der Robert-Bosch-Stiftung, die der Verein Lebensraum für Alle für das Projekt „Zähringen – generationenfreundlich und barrierefrei“ erhalten hat, konnte die Dokumentation durchgeführt  werden.

Broschüre und Website www.zaehringen-fuer-alle.de informieren über Daten & Fakten des Stadtteils, barrierefreie Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Begegnungsstätten, Mobilitäts-, Kultur- und Freizeitangebote.

Dabei geht es vorrangig um den ebenerdigen Zugang zu den Geschäften und Institutionen. Wer Stufen hat, aber die Bereitschaft signalisiert, den Kunden beim Hereinkommen behilflich zu sein, wer Hausbesuche oder einen Lieferservice anbietet, wurde ebenfalls mit aufgenommen.

Aber nicht nur die Zähringer/innen erhalten durch „Zähringen für Alle“ kostenlos Informationen über die Barrierefreiheit und Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude, im Gastgewerbe, von kulturellen Einrichtungen, zu behindertengerechten Parkplätze , Ausflugstipps uvm. Auch Zuzügler , Touristen und Geflüchtete profitieren. Mit der neuen Hintergrundinformation lässt es sich leichter entscheiden, ob und wo man im Stadtteil ohne fremde Hilfe zurechtkommt und man erspart sich manche Hürde oder Umwege.

Die Homepage kann nur aktuell bleiben, wenn alle Firmen und Institutionen, die zum Auftakt kostenlos präsentiert wurden, uns ihre Aktualisierungen zeitnah melden. Am meisten würde sich das Team von Lebensraum für Alle freuen, wenn die positiven Beispiele  viele weitere Zähringer motivieren, etwas in Sachen Barrierefreiheit beizusteuern.

Bei Projektbeginn war noch nicht  klar, dass sich die neue Homepage auch zu einer Kommunikationsplattform für das Thema Geflüchtete entwickeln würde: Die vielen Freiwilligen des Helferkreises Zähringen erhalten hier die neuesten Informationen.

Homepage und Broschüre bieten sich auch als Muster/Modell für andere Kommunen, Orte und Quartiere an, die ebenfalls etwas für die Barrierefreiheit tun möchten. Der  gemeinnützige Verein Lebensraum für Alle führt solche Dokumentationen wahlweise als Auftragnehmer aus oder gibt Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort.

Lebensraum für Alle  (www.lebensraum-fuer-alle.org), hervorgegangen aus der Initiative Freiburg für Alle, besteht aus einem Netzwerk von Experten, die sich für Barrierefreiheit und Generationenfreundlichkeit einsetzen. Zu den Hauptaufgaben des Vereins gehören Beratung von Kommunen und Firmen, Wohnraumberatung und Schulungen für ehrenamtliche Wohnraumberater/innen.

Weitere Anregungen bitte an info@zaehringen-fuer-alle.de oder an:
Lebensraum für Alle e.V., Gernot Wolfgang, Längenloh 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56317, info@lebensraum-fuer-alle.org, www.lebensraum-fuer-alle.org

"Freiburg barrierefrei?!" - Ein Film über die Zugänglichkeit in der Stadt

Die Initiative Freiburg für Alle hat einen siebenminütigen Film mit dem Titel „Freiburg barrierefrei?!“ realisiert. Der Film zeigt einen jungen Touristen im Rollstuhl bei der Erkundung der Stadt. Ankunft am Hauptbahnhof, im Nahverkehr, im Hotel, beim Sightseeing, auf Restaurantsuche, im Theater, einer Bar und auf dem Schlossberg.

Neben dem Hauptdarsteller im Rollstuhl werden aber immer wieder auch Personen mit  Kinderwagen oder Rollator gezeigt.  Ziel ist es, aufzuzeigen, was in Freiburg generationenfreundlich und für Alle zugänglich ist und andererseits die vorhandenen Problemzonen wie z.B. das Altstadtpflaster.

Realisiert werden konnte der Film mit der Unterstützung von der PSD-Bank. Über diese 2012 gegründete Stiftung unterstützt die genossenschaftliche PSD-Bank Rhein-Necker-Saar Träger in der Region Freiburg, die sich für gemeinnützige und soziale Zwecke engagieren.

Generationenfreundlich leben, wohnen & arbeiten

Lebensraum für Alle e.V. hat die Ausgabe 2 der Magazinreihe „Nachhaltig hoch drei – Generationenfreundlich leben, wohnen & arbeiten“ herausgebracht. In der 60-seitigen Din-4-Broschüre finden die Leser/innen wieder  Produkte, Dienstleistungen und beispielhafte Projekte zum Wohnen im Alter und mit Handicap. Breiten Raum nimmt das Thema barrierefreies Bauen ein - das Grundanliegen des Vereins. Im Interview mit dem Architekten Frank Opper zeigt sich auch, dass Barrierefreiheit nicht teurer sein muss.
Neben neuen Formen des Zusammenlebens wie „Wohnen für Hilfe“, mit dementen Menschen und im Quartiersmanagement, kann man sich auch über technische Altersassistenzsysteme, Mobilität und zum Thema Arbeit informieren.

Das Magazin liegt an vielen Stellen in Freiburg aus (z.B. Technisches Rathaus / Seniorenbüro) und kann auch  kostenlos beim Verein „Lebensraum für Alle e.V.“ abgeholt werden. Magazin Nr. 1 und Magazin Nr. 2 stehen als Download für Sie bereit. Weitere Informationen: Gernot Wolfgang (Vereinsvorsitzender), Längenloh, 11, 79108 Freiburg, Tel: 0761-56 317.

Ich fühl´mich plötzlich wie 80...

Unternehmen, die viel älteres Publikum, aber sehr junge Berater oder Verkäufer beschäftigen, haben die Chance im Rahmen eines Sensibilisierungsworkshops von Lebensraum für Alle ihren Angestellten eine Vorstellung zu vermitteln, wie es ist, plötzlich alt zu sein. Mithilfe unseres Alterssimulationsanzugs spüren Jüngere verminderte Seh- und Hörkraft und unbeweglichere Gelenke. Gewichte an Arm- und Fußgelenken sowie eine schwere Weste simulieren wie schwer Älteren z.B. das Treppensteigen fallen kann. Ein Trainingsparcours im Rollstuhl oder mit dem Rollator schafft Verständnis dafür, dass im Alter alles etwas langsamer oder z.T. auch nur mit Hilfsmitteln möglich ist.

Buchen Sie einen Sensibilisierungsworkshop mit Altersimulationsanzug bei Lebensraum für Alle und optimieren Sie so das Serviceangebot Ihres Verkaufs- oder Beraterpersonals. Tel: 0761-56317 oder info@lebensraum-fuer-alle.org

Party machen im Rollstuhl

Phil Hensel, Online-Redakteur bei Freiburg für Alle,  hat auf fudder.de, einer Internetseite für junge Menschen aus Freiburg, über seine Erfahrungen beim Ausgehen im Rollstuhl berichtet. Hier gehts zum Artikel.