Offener Brief "Barrierefreis Bauen"

Es geht um die Problematik der Barrierefreiheit in Freiburger Pflegeheimen sowie um das Vorgehen der Freiburger Stadtbau (FSB). Beides ist unserer Meinung nach ungesetzlich und entspricht weder sozialen noch, ökologischen oder ökonomischen Nachhaltigkeitskriterien und der Landesbauordnung (LBO).

Unsere Forderungen an Gemeinderatsvertreter*innen und Stadtverwaltung lauten deshalb: 

1.     Wirken Sie darauf hin, dass sich die FSB einer neutralen Bewertungs- / Prüfstelle bedient, die ihre Neubauten im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben der LBO prüft 

2.    Bitte setzen Sie sich generell nicht nur für bezahlbaren, sondern immer auch für barrierefreien Wohnungsbau ein!

Angesichts der Tatsache, dass unter 5% aller Wohnungen barrierefrei sind, geht es im Zuge des  rasanten Demografischen Wandels darum, geeigneten Wohnraum für die Generation der Babyboomer zu  schaffen – denn Pflegeheime sind auch für Kommunen die teuerste Alternative!

3.    Aber wenn neue Pflegeheime gebaut werden müssen, setzten Sie sich bitte für Barrierefreiheit nach DIN 18040 R ein, entsprechend der Anzahl der zu erwartenden Gehbehinderten und Rollstuhlfahrer_innen.

Hier gelangen Sie zum Offenen Brief, der Ende Januar 2020 der Stadtverwaltung und den Gemeinderatsvertreter*innen zugangen ist.

Hier finden Sie die Mängelliste der Stadtbauwohnung in der Belchenstraße 10.

Pflicht zur Barrierefreiheit für Restaurants & Co.! Schluss mit der Diskriminierung!

Was hat die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren für uns behinderte Menschen getan? Nicht viel! Als Rollstuhlfahrer*in einfach mal ins Café oder Restaurant um die Ecke gehen? Webseiten als sehbehinderter Mensch lesen? Mit einem Blindenhund ein Taxi rufen? Das ist für Millionen behinderte Menschen nicht möglich!

Es ist skandalös: In Deutschland gibt es kein Gesetz, das die Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit verpflichtet! Es darf quasi nach Lust und Laune gebaut und angeboten werden. Wir werden diese Diskriminierung nicht länger hinnehmen! Warme Worte und Sonntagsreden reichen uns nicht mehr! Deutschland braucht die Barrierefreiheit-Pflicht!

Andere Länder wie Österreich oder die USA haben die Pflicht zur Herstellung von Barrierefreiheit in Gesetze gegossen - zum Teil seit Jahrzehnten
. Und Deutschland? Pustekuchen... Die wenigen Vorschriften werden ignoriert, nicht kontrolliert und schon gar nicht sanktioniert. Ausbaden dürfen das wir behinderte Menschen. Und es ist ungerecht den Unternehmen gegenüber, die Investitionen in Barrierefreiheit tätigen, nur um dann billigere aber diskriminierende Konkurrenz zu erhalten. Schönen Dank auch!

Mit Freiwilligkeit kommen wir in Deutschland nicht weiter. Wir fordern ein Gesetz, das endlich die Privatwirtschaft in die Verantwortung nimmt! Millionen behinderte Menschen wollen nicht immer und überall Kund*innen zweiter Klasse sein. Wir haben ein Recht auf Teilhabe und Gleichberechtigung in allen Bereichen!

Wir brauchen jetzt konkretes Handeln der Politik:

  1. Alle Barrieren müssen beseitigt werden, nicht nur physische. Es geht nicht nur um mobilitätseingeschränkte Menschen, die auf Rampen und Aufzüge angewiesen sind oder um jene die aufgrund sensorischer Einschränkungen auf bestimmte technische Einrichtungen angewiesen sind. Vielmehr geht es um ein diverses Gesellschaftsbild, das auch Menschen mit Lese- und Schreibschwächen berücksichtigt oder die auf bestimmte Formen der Kommunikation angewiesen sind.

  2. Produkte und Dienstleistungen müssen in qualitativ adäquater Weise angeboten werden. Es geht nicht nur rein um den Zweck eines Produkts oder der Dienstleistung, sondern auch um Service, Ansprache und Erreichbarkeit. Auch wir Menschen mit Behinderungen sind Kund*innen, die als solche wahrzunehmen und zu behandeln sind!

  3. Diskriminierungen liegen nicht nur dann vor, wenn sie explizit geäußert werden. Produkte, Dienstleistungen und Orte können alleine durch ihre Gestalt und Form diskriminieren und damit ganze Personengruppen von der Nutzung ausschließen. Der Gesetzgeber ist gefordert, sowohl Individuen als auch Institutionen die nötigen Werkzeuge zur niedrigschwelligen Rechtsdurchsetzung zu geben.

Jahrzehnte warmer Worte von Verantwortlichen haben nichts gebracht. Gemeinsam starten wir jetzt Deutschlands größte Initiative zur Verpflichtung der Privatwirtschaft zu Barrierefreiheit.

Unterschreibe die Petition von Raul Krauthausen & Constantin Grosch von #BarrierenBrechen!

Die Barrierefreiheit-Revolution beginnt jetzt!


Helfen statt Trainieren

Gerne machen wir auf eine tolle Initiative des TSV Alemannia Freiburg-Zähringen aufmerksam. Die Mitglieder des Vereins helfen Personen, die gerade Hilfe und Unterstützung benötigen, beim Einkaufen oder sonstigen Erledigungen.

Die Kontaktperson ist Juli - Annika. Telefon: 0761 / 76 999 22 9 Email: wir-helfen(at)alemannia-zaehringen.de 
(Durch Anklicken vergrößert sich der Flyer)

Flyer Nachbarschaftshilfe

Freiburg hält zusammen

www.freiburghaeltzusammen.de ist ein digitaler Raum, ein digitales Freiburg für Begegnung, Kommunikation, Anregung und Hilfe; ebenso Kultur, Gewerbe und Handel. Die Plattform lebt vom Mitmachen. Weitere Infos und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier.

Auch Lebensraum für Alle e.V. / Zähringen für Alle ist auf dem Portal vertreten.

Weitere Unterstützungsangebote in Zähringen

Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit für diese Informationen der Quartiersarbeit Zähringen
Mehr dazu...

Auch die Evangelische Pfarrgemeinde Nord ist für Sie da, wenn Sie Hilfe und Unterstützung brauchen bzw. anbieten können. Mehr dazu...


Hier finden Sie Geschäfte mit Abhol- bzw. Bringdiensten (Klicken öffnet das jeweilige Angebot):

Die Metzgerei Riegger und die Metzgerei Sumser bieten Fertigessen zum Abholen an (kein Bringdienst)

Die Bäckerei Kassassir und das Lädele in Zähringen haben für Ihre Waren und Produkte einen Bringdienst.

Auch die Pizzeria Etna (Bringdienst),das Parsian Restaurant (Lieferando) und das Restaurant hier & jetzt (Abholservice) sind für Sie da.

Kaffee EsCap hat einen Bringdienst und macht Hausbesuche.

Auch der dm Drogeriemarkt ist für Sie da.

Ehrenamtliche Unterstützungsdienste

Beachten Sie weiterhin, die Zusammenfassung der Hilfeangebote des Seniorenbüros der Stadt Freiburg: https://www.freiburg.de/pb/,Lde/228848.html

Und auf: https://2020.freiburg.de/pb/1532755.html

Sowie alle aktuellen und allgemeinen Infos und Telefonnummern der Stadt Freiburg unter: https://www.freiburg.de/pb/,Lde/1501604.html

Viele haben sich organisiert, um ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Personen zu unterstützen, die aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos nicht selbst wie Wohnung verlassen wollen oder können.

Es gibt viele gute Ideen von unterschiedlichsten Gruppierungen, ob Einkaufs- und Besorgungsdienste oder auch entlastende Telefongespräche.

Das Seniorenbüro der Stadt Freiburg nimmt auch weitere Dienste noch auf. Weitere Infos dazu erhalten Sie telefonisch unter 0761/201-3032. Bitte beachten Sie, dass keine Einzelpersonen in die Liste aufgenommen werden.

Sie können diese Liste sowohl möglichen Helfer_innen als auch Personen, die Hilfe benötigen, weitergeben.

Die Liste ist in fortlaufend aktualisierter Form unter www.freiburg.de/senioren unter der Rubrik "Aktuelles" zu finden.

Die Sicherheit der Menschen, die Unterstützung benötigen, muss an erster Stelle stehen! Dabei sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Beachten Sie also unbedingt die wichtigen Hinweise für die Ehrenamtlichen Dienste.

Hilfe für Alle – oder jeder hat Nachbarn

Wir brauchen beides: Die Portale und Datenbanken einerseits (z.B. www.nebenan.de, www.betterplace.org www.sages-eg.de, www.dieneuenalten.org sowie die verschiedenen Nachbarschaftsbörsen in Freiburg).
Andererseits das gute alte Telefon, das jeder kennt und beherrscht und eine virenfreie Unterhaltung zulässt
.
Meine Versuche, die Nachbarn, die man so kennt, anzurufen und Hilfe anzubieten, waren ein positives Erlebnis für Beide. Man ist verwundert und gleichzeitig erfreut, dass jemand an einen denkt.
Die meisten haben Nachbarn oder Kinder, die helfen. Das Gegenüber nimmt die Hilfe gerne an, nach dem Motto: „In Zeiten wie diesen melde ich mich gern.“

Herzlichst,
Ihr Gernot Wolfgang

Freiburg für Alle

2002 gründete sich die Initiative „Freiburg für Alle“. Zusammen mit der Freiburger AG „Miteinander Leben“ und Studenten der Ev. Hochschule wurden die ersten Daten zum senioren- und behindertenfreundlichen Freiburg erhoben und unter www.freiburg-fuer-alle.de ins Netz gestellt.

2006 erschien der erste gedruckte Stadtführer “Freiburg für Alle“. Alle zwei Jahre wurde der Stadtführer aktualisiert. Momentan ist die 6. aktual. Neuauflage mit Informationen zum barrierefreien Freiburg für Touristen und Einheimische auf dem Markt. Print- und Onlineausgabe sind für Benutzer*innen kostenlos, denn sie werden durch Sponsoren und Fördergelder finanziert.

Weitere Webportale zur Barrierefreiheit entstanden:
www.loerrach-fuer-alle.de
www.regio-fuer-alle.de und
www.zaehringen-fuer-alle.de

2015 drehten wir den Film "Freiburg barrierefrei?!", der zeigt, wie Rollstuhfahrer als Touristen in Freiburg zurechtkommen.

Unser Ziel ist es, dass alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben können und selbstverständlich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden - egal ob Alt oder Jung, fit oder mobilitätseingeschränkt.

In der AG Barrierefreie Innenstadt des Garten- und Tiefbauamtes der Stadt Freiburg erkundeten wir mit anderen Betroffenen, Verbänden und einem Planungsbüro, wie man - zunächst die Freiburger Innenstadt - barrierefreier gestalten könnte. Ein erstes Ergebnis sind einige geglättete Routen im Altstadtpflaster, z.B. zum Münsterportal. 2018 hat der Gemeinderat 1,1 Mio Euro für mehr Barrierefreiheit in Freiburg freigegeben.

Seit 2014 arbeiten wir in der Bürger-Initiative BoB (Bahnhof ohne Barrieren) mit, die es geschafft hat, die Stadt und die Bahn zu überzeugen, dass der Freiburger Hauptbahnhof bis 2015 neue Aufzüge bekommt

Ebenso drängend in Freiburg ist die Wohnungsproblematik - insbesondere für Ältere und für Menschen mit Handicap. Seit Jahren arbeiten wir daran, Politikern, Bauträgern, Entscheidern und der Öffentlichkeit klar zu machen, dass grundsätzlich barrierefrei und generationenübergreifend gebaut werden sollte. Das kommt allen zugute und ist letzendlich volkswirtschaftlich günstiger als Pflegeheime zu bauen (die teuerste Variante des Altwerdens!)

2018 gründeten wir das Forum Leichte Sprache - Kommunikation für ALLE in Kooperation mit der Kath. Hochschule und em Ring der Körperbehinderten. Das Forum bietet Übersetzungen in Einfache und Leichte Sprache an. Unsere Webseite www.zaehringen-fuer-alle.de wurde bereits in Leichte Sprache übersetzt.
Übersetzungen in Leichte Sprache sind auch Teil unserer Beratungsarbeit für barrierefreie Veranstaltungen.

 

 

Neuauflage von "Freiburg für Alle" zum Stadtjubiläum 2020

Freiburg für Alle Stadtführer 2020

Zum 900. Jubiläum der Stadt erscheint auch der Stadtführer „Freiburg für Alle“ in der nunmehr 7. Auflage in neuer Form. Erstmals wird die Broschüre von Lebensraum für Alle e.V. in Kooperation mit der FWTM - Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe, der Koordinationsstelle Inklusion und der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen herausgegeben.

Seit Anbeginn ist „Freiburg für Alle“ der einzige Stadtführer, der die Schwarzwaldmetropole unter dem Aspekt der Zugänglichkeit und Barrierefreiheit beschreibt. Freiburg ist auf dem Weg zur inklusiven Stadt und deshalb versucht auch dieser Stadtführer so vielen unterschiedlichen Ansprüchen wie möglich, gerecht zu werden. Optisch ist die Schrift größer als gewohnt, es gibt viele Fotos, Piktogramme, Karten  und die Rundgänge sind in leicht verständlicher Sprache formuliert. Mobilitäts-, seh- und höreingeschränkte Gäste bekommen immer wieder Hinweise darauf, wo es etwas Besonderes für sie gibt. Die grafische Ausarbeitung und Umsetzung erfolgte in bewährter Partnerschaft mit der Dewo Werbeagentur.

Inhaltlich gibt es neben dem Altstadtrundgang nun auch weitere Stadtteilspaziergänge im Stühlinger und in der Wiehre. Eine Rad-, Rolli-, Handbiketour führt an der Dreisam entlang. Alle Touren informieren über barrierefreie Angebote am Wegesrand. Zu allen Veranstaltungsorten, Museen, in der Gastronomie erfahren Touristen und Einheimische was  stufenlos, mit Lift oder Rampe erreichbar ist, wo es WCs und Parkplätze gibt. Das Kapitel Mobilität enthält Anreisemöglichkeiten und alle sonstigen Transportangebote der Stadt.

Den neuen Stadtführer gibt es seit 01.01.2020 kostenlos in der Stadtbibliothek am Münsterplatz sowie bei der kommunalen Behindertenbeauftragten und im Seniorenbüro, jeweils im Rathaus im Stühlinger. Touristen können ihn gegen 2 Euro Schutzgebühr in der Tourist-Info am Rathausplatz in der Altstadt erwerben. Als Download ist der Stadtführer auf dem Portal www.freiburg-fuer-alle.de oder www.freiburg.de/inklusion ab Anfang März 2020 ebenfalls barrierefrei zu lesen. 

Hier können Sie sich den Stadtführer als barrierefreies PDF herunterladen.

"Freiburg barrierefrei?!" - Ein Film über die Zugänglichkeit in der Stadt

Die Initiative Freiburg für Alle hat einen siebenminütigen Film mit dem Titel „Freiburg barrierefrei?!“ realisiert. Der Film zeigt einen jungen Touristen im Rollstuhl bei der Erkundung der Stadt. Ankunft am Hauptbahnhof, im Nahverkehr, im Hotel, beim Sightseeing, auf Restaurantsuche, im Theater, einer Bar und auf dem Schlossberg.

Neben dem Hauptdarsteller im Rollstuhl werden aber immer wieder auch Personen mit  Kinderwagen oder Rollator gezeigt.  Ziel ist es, aufzuzeigen, was in Freiburg generationenfreundlich und für Alle zugänglich ist und andererseits die vorhandenen Problemzonen wie z.B. das Altstadtpflaster.

Realisiert werden konnte der Film mit der Unterstützung von der PSD-Bank. Über diese 2012 gegründete Stiftung unterstützt die genossenschaftliche PSD-Bank Rhein-Necker-Saar Träger in der Region Freiburg, die sich für gemeinnützige und soziale Zwecke engagieren.

Lebensraum für Alle e.V.

Aus der Initiative „Freiburg für Alle“ ging 2012 der gemeinnützige Verein „Lebensraum für Alle“ hervor, ein Kompetenznetzwerk, dessen Ziel eine generationenfreundliche Gesellschaft ist, die den demografischen Wandel und die Inklusion als Chance für neue Formen des Zusammenlebens von Alt und Jung, fit und mobilitätseingeschränkt sieht.

Dazu gehören Architekten, Ärzte, Gerontologen, Spezialisten für Höranlangen, Orthopädie-Spezialisten, Wohnraumberater, Fachhändler und Handwerker für barrierefreie Produkte, Touristiker, Verbände, Beratungsstellen und Hochschulen.

Hauptaufgabe des Vereins ist die kostenlose und neutrale Wohnraumberatung für Menschen die aus Alters- oder Krankheitsgründen umbauen müssen, die Schulung ehrenamtlicher Wohnraumberater/innen, Beratungen zur Barrierefreiheit in Kommunen, Firmen und bei Veranstaltungen sowie Übersetzungen in Leichte Sprache.
Lebensraum für Alle e.V.ist auch Mitglied der BAG Wohnungsanpassung e.V., einem Zusammenschluss der Wohnberater/innen und Wohnberatungsstellen in Deutschland.

Weitere Infos: www.lebensraum-fuer-alle.org

 

Das Team von Freiburg für Alle
Logo Leichte Sprache Inclusion Europe
© Europäisches Logo für einfaches Lesen: Inclusion Europe